Mit dem Beruf des Dolmetschers verbindet man meist das Übertragen des gesprochenen Wortes auf Konferenzen oder Staatsbesuchen. Aber der Beruf des Dolmetschers bietet noch mehr Möglichkeiten, etwa bei der Polizei oder vor Gericht.

Action: Gericht und Polizei!

Wer als Dolmetscher für die Justiz arbeitet, hat ein facettenreiches Aufgabengebiet zu erwarten, das allerdings auch belastend sein kann, denn es kann sein, dass der Dolmetscher die Polizei zu Tatorten oder Verkehrsunfällen begleiten muss, wenn es erforderlich ist. Manchmal hat man es auch mit erschreckenden menschlichen Abgründen zu tun. Daher ist Stressresistenz eine der Voraussetzungen, um in diesem Beruf zu arbeiten. Außerdem muss der Dolmetscher immer neutral bleiben und kann nicht Partei ergreifen, auch wenn es gegen sein persönliches Rechtsempfinden ist.

Auch der Dolmetscher vor Gericht hat ein nicht minder interessantes Aufgabengebiet. So wird ein Gerichtsdolmetscher dann vom Gericht bestellt, wenn zum Beispiel der Angeklagte die Gerichtssprache nicht beherrscht. In die Verhandlung geht man, ohne vorher die Akten einsehen zu können. Dabei muss sich der Dolmetscher auch der Tatsache bewusst sein, dass er eine hohe Verantwortung trägt, denn mitunter hängt es von der Korrektheit seiner Übersetzung ab, ob jemand verurteilt wird oder nicht.

Dolmetscher bleiben meist freiberuflich

Die meisten Dolmetscher, die im Dienste der Gerichte oder der Polizei tätig sind, arbeiten freiberuflich. Nur wenige sind fest angestellt. Die Regelung, was die Voraussetzungen betrifft, ist zwar in jedem Bundesland anders, aber alle Dolmetscher müssen beeidigt oder öffentlich bestellt sein. Das bedeutet für den Dolmetscher, dass er ein abgeschlossenes Studium vorzuweisen hat. Weiterhin muss er sein Führungszeugnis vorlegen sowie den Nachweis, dass seine wirtschaftlichen Verhältnisse geordnet sind.

Eine weitere Voraussetzung für die Arbeit bei der Justiz sind Kenntnisse über das Rechtssystem sowie die Kultur des jeweiligen Landes. Das ist besonders wichtig, denn was zum Beispiel in Deutschland strafbar ist, kann in einem anderen Land völlig legal sein. Es ist also sinnvoll, wenn angehende Dolmetscher während ihres Studiums das Nebenfach Recht belegen.