In Deutschland lernt man vielleicht nicht unbedingt Japanisch, aber in Japan gelten in modernen Kreisen Germanismen als “in”. Während wir in Deutschland eher zu Anglizismen greifen, entdecken die Japaner die Fremdheit der deutschen Sprache für sich.

Arubaito

Man kann es fast erraten, wenn man den Klang der japanischen Sprache etwas kennt. Arubaito kommt vom deutschen Wort Arbeit und bezeichnet nicht die Arbeitsstelle im Allgemeinen, sondern einen Teilzeitjob.

Poltergeist

Warum sind wohl die Poltergeister im Ausland so berühmt geworden? Es handelt sich hierbei um einen Top-Germanismus, der nicht nur wegen des gleichsprachigen Films auch im Japanischen bekannt ist. Auch in Japan sind Poltergeister unsichtbar, machen aber einen übernatürlichen Krach.

Fachbegriffe aus der Medizin

Vor allem in der Medizin sind deutsche Fachbegriffe weit verbreitet. So heißt eine (Patienten)karte karute, Kranke sind kuranke, der OP ist der OP und die Lunge wird zur runge. Und auch die Allergie wird zur allergie, wobei es sich hierbei nicht strikt um ein deutsches Wort handelt.

Dies kommt daher, dass sich die japanische Medizin bis ins 20. Jahrhundert hinein an der deutschen Medizin orientierte und Krankenberichte sogar auf Deutsch in lateinischer Schrift geschrieben wurden.

Wanderausrüstung

Besonders bei der Bezeichnung von Wanderausrüstung werden viele Germanismen verwendet

Wandern und Bergsteigen

Die Japaner wandern gerne, das Bergsteigen gehört auch zu ihren Favoriten. So ist es nicht verwunderlich, dass gewisse Begriffe und insbesondere Teile der Bergsteigerausrüstung mit Lehnwörtern aus dem Deutschen bezeichnet werden.

So wird aus der Wanderung die wanderungu, aus dem Edelweiß ein ederuwaisu, aus dem Rucksack ein rukku-sakku und aus dem Schlafsack ein shulaafuzakku.

Seit wann gibt es deutsch-japanische Beziehungen?

Die deutsch-japanischen Beziehungen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1861 wurden die diplomatischen Beziehungen aufgenommen. Bei der Meiji-Restauration 1868 wurde Japan am Beispiel der Politik von Reichkanzler Bismarck innenpolitisch umgekrempelt – mit dem einzigen Unterschied, dass die Position des bis dahin eher nur repräsentativen Kaisers aufgewertet wurde, um am Kopf der Nation zu stehen und so gegen westliche Einflüsse stehen zu können.

Bei der Iwakuru-Mission besuchte 1873 eine japanische Delegation besuchte Reichskanzler Bismarck in Berlin. Dieser sicherte Japan seine Unterstützung bei der Umsetzung der innerpolitischen Pläne um. Die Bismarcksche Reichsverfassung diente auch der japanischen Verfassung zum Vorbild.

Heute blicken Deutschland und Japan auf über 150 Jahre diplomatische Beziehungen zurück.